Wer ein barrierefreies Badezimmer plant oder umbaut, stellt sich früher oder später dieselbe Frage: Wie viel Platz wird neben der Toilette benötigt, damit ein Rollstuhl problemlos genutzt werden kann?
Die richtige Bewegungsfläche ist entscheidend. Sie erleichtert nicht nur den Alltag von Rollstuhlfahrern, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit beim Umsetzen auf die Toilette. Gleichzeitig haben Pflegepersonen genügend Platz, um bei Bedarf zu unterstützen.
Warum ist der Platz neben der Toilette so wichtig?
Der eigentliche Toilettengang ist oft nicht die größte Herausforderung. Viel wichtiger ist der Wechsel vom Rollstuhl auf die Toilette und wieder zurück.
Ist neben der Toilette zu wenig Platz vorhanden, wird das Umsetzen deutlich schwieriger. Das erhöht das Sturzrisiko und macht viele Bewegungen unnötig anstrengend.
Ausreichend Bewegungsfreiheit trägt deshalb wesentlich zu einem sicheren und komfortablen Badezimmer bei.
Wie viel Platz sollte neben der Toilette vorhanden sein?
Für ein barrierefreies Badezimmer gelten bestimmte Empfehlungen.
Idealerweise stehen neben der Toilette mindestens 90 Zentimeter freie Fläche zur Verfügung. So kann ein Rollstuhl seitlich an die Toilette herangefahren werden. Diese Position erleichtert das Umsetzen erheblich.
Vor der Toilette sollte zusätzlich genügend Bewegungsfläche vorhanden sein. Empfehlenswert sind mindestens 120 x 120 Zentimeter, damit der Rollstuhl problemlos rangiert werden kann.
Je größer die freie Fläche ist, desto komfortabler wird die Nutzung im Alltag.
Welche Vorschriften gelten in Deutschland?
Bei öffentlich zugänglichen oder vollständig barrierefreien Badezimmern orientiert man sich häufig an der DIN 18040.
Diese Norm empfiehlt unter anderem:
- mindestens 90 Zentimeter Bewegungsfläche auf einer Seite der Toilette
- ausreichend Platz vor der Toilette zum Rangieren
- gut erreichbare Haltegriffe
- eine geeignete Sitzhöhe
- genügend Freiraum für Pflegepersonen, falls Unterstützung erforderlich ist
Für private Badezimmer sind diese Vorgaben zwar nicht immer verpflichtend, sie bieten jedoch eine gute Orientierung bei der Planung.
Reicht auch weniger Platz aus?
Nicht jedes Badezimmer lässt sich vollständig umbauen. Besonders in älteren Wohnungen ist der verfügbare Platz oft begrenzt.
Auch mit weniger Bewegungsfläche kann eine gute Lösung möglich sein. Entscheidend ist, dass der Rollstuhl möglichst nah an die Toilette gefahren werden kann und unnötige Hindernisse vermieden werden.
Schmale Waschbecken, platzsparende Möbel oder eine andere Anordnung der Einrichtung schaffen häufig zusätzlichen Freiraum.
Welche Rolle spielt ein Toilettenrollstuhl?
Ein Toilettenrollstuhl kann den Alltag deutlich erleichtern.
Viele Modelle lassen sich direkt über die Toilette fahren oder verfügen über einen integrierten Toiletteneimer. Dadurch entfallen manche Transfers und die tägliche Pflege wird einfacher.
Vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität profitieren davon, da weniger Kraftaufwand erforderlich ist und die Sicherheit steigt.
Weitere Hilfsmittel für mehr Komfort
Neben einem Toilettenrollstuhl können weitere Hilfsmittel sinnvoll sein.
Dazu gehören zum Beispiel:
- hochklappbare Haltegriffe
- rutschhemmende Bodenbeläge
- höhenverstellbare Toilettensitze
- ausreichend breite Türen
- gut erreichbare Ablagen
Bereits kleine Anpassungen können den Alltag deutlich angenehmer machen.
Worauf sollte man vor dem Kauf achten?
Bevor ein Toilettenrollstuhl gekauft wird, lohnt sich ein Blick auf die vorhandenen Platzverhältnisse.
Messen Sie die Türbreite, den Abstand zur Wand und die freie Fläche neben der Toilette sorgfältig aus. Ebenso wichtig sind die Gesamtbreite des Rollstuhls und sein Wendekreis.
Nur wenn Rollstuhl und Badezimmer gut zusammenpassen, lässt sich das Hilfsmittel später bequem nutzen.
Fazit
Ausreichend Platz neben der Toilette ist eine wichtige Voraussetzung für ein sicheres und komfortables Badezimmer. Empfehlenswert sind mindestens 90 Zentimeter freie Fläche neben der Toilette sowie genügend Bewegungsraum davor.
Wer zusätzlich einen passenden Toilettenrollstuhl nutzt, erleichtert den Alltag erheblich und gewinnt mehr Sicherheit und Selbstständigkeit bei der täglichen Körperpflege.

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